Bilder von nackten, gefesselten und ausgemergelten Körpern, Fotos von Menschen, die brutal zu Tode gefoltert wurden - Belege einer Todesmaschinerie, die kein Erbarmen kennt. Sie sind Teil der sogenannten "Caesar-Akten" - 27.000 Bilder, öffentlich gemacht von einem militärischen Überläufer mit dem Codenamen Caesar, die von der grenzenlosen Grausamkeit des syrischen Regimes unter Assad zeugen. Man könnte meinen, dass solche Bilder der Vergangenheit angehören, aber das tun sie nicht. Nach der Revolution 2011 setzte das Regime in Damaskus Verschleppung und Folter in großem Stil ein, um die eigene Bevölkerung zum Schweigen zu bringen. Über 100.000 Syrerinnen und Syrer sind in den Gefängnissen des Regimes verschwunden. Niemand kennt die genauen Zahlen. DIE VERLORENEN SEELEN SYRIENS wurde über fünf Jahre gefilmt und zeigt die Kämpfe von Angehörigen der Opfer und ihrer Anwälte, um vor Gericht in Spanien, Frankreich, dem Vereinigten Königreich und Deutschland Gerechtigkeit zu erlangen. Bei einem Prozess vor dem Oberlandesgericht Koblenz kam es schließlich 2022 zu einem historischen Urteil: zur Verurteilung eines Mitglieds des syrischen Sicherheitsapparats zu lebenslanger Haft wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Auch in Frankreich gibt es Prozesse in Abwesenheit gegen Schlüsselfiguren aus dem inneren Kreis von Baschar al-Assad. In diesem anhaltenden Kampf um Gerechtigkeit geht es darum, die Täter zu benennen und zu verfolgen. Darum, die Geschichte der Tragödie eines Volkes zu schreiben. Es geht um die Erinnerung an die Verstorbenen, aber auch um das Schicksal der Hinterbliebenen, die mit dieser Vergangenheit ihres Volkes leben müssen.
Regie |
Stéphane Malterre
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Regie |
Garance Le Caisne
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Kamera |
Thibault Delavigne
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Schnitt |
Sebastien Touta
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