Die neuen E-Autos: Preiswert unter Strom fahren

11.11.2024 um 11:15 Uhr
    Neue E-Autos stehen für 2025 in den Startlöchern: Mitsubishi Outlander, Opel Frontera, Mazda CX-80 und Hyundai Inster (v.o.l.) | © Hersteller
    Neue E-Autos stehen für 2025 in den Startlöchern: Mitsubishi Outlander, Opel Frontera, Mazda CX-80 und Hyundai Inster (v.o.l.) | ©Hersteller

    Der Mobilitätswandel lahmt. Rabatte und neue preiswerte Modelle sollen ihn anschieben. TV DIGITAL Autoexperte Olaf Schilling stellt sie vor.

    Die Autoindustrie steckt tief in der Krise – insbesondere in Deutschland. Werksschließungen und Personalabbau drohen. Hauptgrund ist der sehr schleppende Transformationsprozess in Richtung E-Mobilität. Strom ist ganz einfach zu teuer, die Ladeinfrastruktur nicht flächendeckend und attraktiv genug und die Auswahl an bezahlbaren E-Autos weiterhin zu gering. Noch dazu führen seit dem überhasteten Ende der attraktiven staatlichen Kaufprämie Rezession und viele Unsicherheiten zu einer Kaufzurückhaltung der Verbraucher.

    HYUNDAI INSTER E FÜR EINSTEIGER: Mit dem Inster rundet Hyundai seine rein elektrische Modellpalette nach unten ab – zu Preisen unter 25.000 Euro. Der vollelektrische Kleinwagen im SUV-Design lässt sich nicht nur agil und handlich durch die Städte zirkeln, sondern eignet sich auch für Reisen. Zur Wahl stehen zwei Akku-Größen (42 kWh oder 49 kWh) und zwei Antriebe: mit 97 PS (11,7 Sekunden bis 100 km/h und maximal 140 km/h) oder 115 PS (10,6 Sek., 150 km/h). Das Drehmoment liegt jeweils bei 147 Newtonmetern, die Reichweite bei bis zu 355 Kilometern. Platz ist ebenfalls ausreichend vorhanden, dank einer verschiebbaren Rückbank ist er zudem variabel (Kofferraum: 280 bis 1059 Liter). | ©Hyundai

    Das dürfte sich 2025 gründlich ändern. Dann nämlich sind die Autohersteller gezwungen, die Elektromobilität anzukurbeln. Günstige Einstiegspreise, Rabatte, Aktionen oder auch sehr attraktive Leasingraten sollen mehr E-Lan entfachen. Ein erster Vorgeschmack ist die dauerhafte Preissenkung von VW beim ID.3 um 3570 Euro auf 33.330 Euro. Zusätzlich gewährt VW bis Jahresende einen E-Mobilitätsbonus in einer Höhe von ebenfalls 3570 Euro. Somit liegt der Basispreis des kompakten Stromers mit nur noch 29.760 Euro unter der kaufpsychologisch enorm wichtigen Schwelle von 30.000 Euro. Attraktiv auch das Angebot für den GWM Ora 03: Dank einer Kaufprämie in Höhe von 12.000 Euro kostet er derzeit nur 26.990 Euro. Weitere Hersteller dürften bald diesen Beispielen folgen.

    PEUGEOT E-408 - SCHICKER FASTBACK: Den Peugeot 408 gibt es ab sofort auch als vollelektrische Ausführung. Somit bieten die Franzosen künftig in jedem Segment ein passendes E-Angebot. Der E-408 hat 210 PS sowie ein maximales Drehmoment von 345 Newtonmetern. Mit dem 58,2 kWh-Akku sowie dank einer serienmäßigen Wärmepumpe schafft er eine Reichweite von bis zu 453 Kilometern. In etwas mehr als 30 Minuten lädt der E-408 im Idealfall von 20 auf 80 Prozent. Die Preise beginnen bei 46.600 Euro – bis Ende November sogar inklusive einer Wallbox. Außerdem ist – wie mittlerweile in allen Peugeot-Modellen – mit Chat-GPT die künstliche Intelligenz serienmäßig an Bord. | ©Peugeot

    In diesem Zusammenhang haben Experten ausgerechnet, dass auf vier zugelassene Benziner und Diesel mit im Schnitt 120 Gramm CO2 mindestens ein Stromer kommen müsste, um auf 93,6 Gramm pro Kilometer zu kommen. Auch für Laien zu errechnen: Bei einem Strafmaß von 95 Euro pro Gramm und Fahrzeug können durch Überschreiten der Grenzwerte schnell einige Hundert Millionen oder gar Milliarden Euro fällig werden – die Konzerne stehen unter Zugzwang.

    FLAGGSCHIFF-COMEBACK: Freude bei Mitsubishi. Bis September legten die Neuzulassungen um 72,8 Prozent zu und Anfang 2025 kehrt das Flaggschiff Outlander Plug-in-Hybrid nach Europa zurück. Die vierte Generation kommt mit dynamischer Optik, mehr E-Reichweite (86 Kilometer), verbesserter Qualität sowie mit vielfältigen Assistenz- und Komfortsystemen. Die Preise starten bei 49.990 Euro mit viel Ausstattung, Platz und Stauraum (495 bis 1404 Liter) sowie fünf Jahren Garantie. Der 2,4 Liter-Vierzylinder-Benziner mit 136 PS wird mit zwei E-Motoren (vorne mit 115 und hinten mit 136 PS) kombiniert. 306 PS Systemleistung beschleunigen das Allrad-SUV in 7,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h und bis maximal 170 km/h. | ©Mitsubishi

    2025 dürfte also im Zeichen der Elektromobilität stehen – vor allem für Käufer. Denn neben den bereits erwähnten tollen Angeboten sollen zusätzlich zu Dacia Spring (ab 16.900 Euro) und Citroën ë-C3 (ab 23.300 Euro) endlich weitere preiswerte Stromer zu den Händlern rollen – für Preise um rund 25.000 Euro, teils auch deutlich darunter. So folgt zum Beispiel die Basisversion vom Citroën ë-C3 für unter 20.000 Euro. Bereits gegen Ende 2024 starten weitere interessante Stromer. Fiats Grande Panda soll sich wie sein Schwestermodell ë-C3 ebenfalls deutlich unter 25.000 Euro positionieren, ebenso der Hyundai Inster.

    Unter 25.000 Euro stehen 2025 aber weitere E-Premieren an: VW ID.2, Škoda Epiq, Cupra Raval, Kia EV2, Renault 4, Nissan Micra oder Dongfeng Nammi Box. Und wer mehr Platz benötigt, findet unter 35.000 Euro bald ebenfalls interessante Neuheiten, etwa Kia EV3, Citroën ë-C3 Aircross, Opel Frontera, Škoda Elroq oder ein noch namenloser City-SUV von Toyota. Und letztlich ist auch das wachsende Angebot an Voll- und Plug-in-Hybriden ein Beitrag zum Mobilitätswandel. Mit den neuen Modellen sind immer weitere Strecken rein elektrisch möglich. Wer sich noch nicht mit einem reinen Stromer anfreunden kann, findet hier immerhin die umweltfreundlichere Alternative zum reinen Verbrenner.